Offshore Windparks: Windenergie in Nord- und Ostsee und die Einflüsse auf die Umwelt

Der Offshore Windpark stand lange Jahre in der Kritik: Von der Wirtschaft, insbesondere der Energiewirtschaft kritisch beäugt, von Umweltschützern verdammt. Die Offshore Windparks im Norden Deutschlands bestehen nun schon seit einigen Jahren. Wie haben sie sich entwickelt?

Die deutschen Windparks befinden sich in erster Linie in der Nordsee, der größte Teil der außerhalb der 12-Seemeilen-Zone aufgebauten Anlagen ist schon ans Netz angeschlossen. 25 Windparks bestehen als Near-Shore-Anlagen und arbeiten bereits. Im Bau befinden sich 2018/19 weitere vier Windparks.

Die Windparks sollen heute eine Gesamtleistung von rund 1.360 MW bringen. Bis 2020 besteht die gesetzliche Möglichkeit, die Offshore-Windenergie bis zu einer maximalen Kapazität von 7.700 MW auszubauen. Für die Jahre ab 2024 hat der Betreiber Ørsted (bisherige Anlagen: Borkum Riffgrund 1 und 2), Mode Wind 1 und „) weitere fünf Anlagen geplant. Das Ziel ist, allein mit den Anlagen von Ørsted jährlich zwei Millionen deutsche Haushalte zu versorgen.

Kritikpunkt geschützte Natur

Umweltschützer haben sich lange gegen jeden einzelnen Offshore Windpark gewehrt. Near-Shore-Anlagen standen unter dem Generalverdacht, das geschützt Wattenmeer komplett zu zerstören. Die Hochseeanlagen weiter draußen wurden kritisiert, weil hier bedrohte Tiere wie der Schweinswal und Haie leben, deren Umwelt empfindlich gestört würden. Im Juli 2018 veröffentliche Daniel Hautmann einen Bericht, der zeigt:

Manche Tierarten profitieren sogar von einem Offshore Windpark. Andere leiden jedoch. So finden beispielsweise Robben zwischen den Bauten der Windparks immer reichlich Fisch. Denn in den Windfarmen herrscht Fischereiverbot. Krebse und Hummer, die direkt auf dem Meeresboden leben, finden in den Windparks ebenfalls eine neue Heimat. Muscheln besiedeln die Fundamente der Anlagen. Während andere Teile der Nordsee intensiv mit Schleppnetzen abgefischt werden, der Meeresgrund zerstört wird, entstehen in den Windparks neue Biotope. Denn die Fundamente der Windräder werden mit künstlich geschaffenen Steinriffen umgeben.

Gut für die Tiere, schlecht für die Fischer und damit für die lokale Wirtschaft

Derzeit ist etwa ein Drittel der Nordsee ausgewiesenes Meeresschutzgebiet. Zählt man die bestehenden und geplanten Offshore Windanlagen dazu, kommt man auf die Hälfte der Nordsee: Das Schutzgebiet wäre groß genug, um bedrohten Arten eine tatsächlich wirksame Schutzzone zu verschaffen. Den Fischern gefällt das allerdings nicht. Der Norden Deutschlands gilt als eher strukturschwache Zone. Entlang von Nord- und Ostsee spielt der Tourismus eine gewisse Rolle, aber die Wirtschaft ist schwächer als im Süden. Wirtschaft hießt hier in erster Linie Fischerei.

Negative Auswirkungen für Meeressäuger und Vögel

Für den Schweinswal ist genau genommen nicht der Offshore Windpark bedrohlich, sondern der Bau desselben. Denn in der Errichtungsphase müssen Fundamente in den Meeresgrund gerammt werden. Die Störwirkungen entfalten sich akustisch, Schallminderungsmaßnahmen sind bis zu einem gewissen Ausmaß effektiv. Wie genau sich die Anlagen auf die Vogelwelt auswirken, ist derweil noch unbekannt. Einige Arten meiden die Windparks, das weiß man – vermutet wird, dass die optische Präsenz den Tieren Angst macht.

Sollten Vögel in den Flügeln der Windparks zu Tode kommen, findet man Offshore keine Kadaver. Die werden vom Meer sofort weggetragen. Forscher vermuten aber, dass Vögel von den nächtlichen Beleuchtungen der Anlagen angezogen werden. Angemacht ist für die Zukunft, die Nachtkennzeichnung nur bei Bedarf zu nutzen – an Land ist das bereits bei vielen Anlagen der Fall. Transponder regeln die Kommunikation zwischen Flugzeugen und Windrädern, Offshore würden auch Schiffe die Geräte nutzen.

Korrosionsschutz war großes Problem

Noch 2015 titelten Magazine wie der Spiegel, dass die Windräder die Nordsee mit Rostschutz verschmutzen würden. Die Stahltürme würden tonnenweise Metallverbindungen ins Meer abgeben. Diese Metallverbindungen bestehen aus giftigen Opferanoden aus Aluminium, Zink und Schwermetallen. Bis zu zehn Tonnen Aluminium würden die Stahltürme, auf denen sich die Offshore Windräder befinden, in ihrer auf 25 Jahre bezifferten Lebensdauer in das Seewasser abgeben, errechnete die Bundesanstalt für Wasserbau.

2018 veröffentlichte Springer Professional: Ein neues Verfahren sieht vor, dass die Fundamentrohre mit einem Thermal-Spray-Aluminiumerfahren gegen Korrosion geschützt werden. Anschließend wird die Oberfläche mit Kunstharz versiegelt, so dass das Aluminium nicht mit dem Seewasser in Kontakt kommt. Es tut sich also etwas: Korrosionsschutz ist auch umweltfreundlich möglich.

Korrosionsschutz ist deshalb so wichtig, weil das salzhaltige Meerwasser die stählernen Fundamentrohre der Windkraftanlagen ohne Korrosionsschutz besonders schnell zersetzt. Passiert das, werden die Fundamente instabil und die Anlagen kippen im Extremfall irgendwann einfach um.

Technisch ist inzwischen viel möglich. Wie viel, erfahren Sie von uns. Kontaktieren Sie uns! Windenergie ist bis heute eine der saubersten Arten, Strom zu gewinnen. Dank technischen Fortschritts und hervorragender Forschungsleistungen werden die Anlagen immer verträglicher für die Natur. Die Zusammenarbeit zwischen Energieexperten, Ingenieuren, Laboren und Umweltschützern sowie Biologen lohnt in jeglicher Hinsicht.

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